Resilienz beschreibt die Widerstandsfähigkeit eines Menschen, mit stärkeren seelischen, sozialen und körperlichen Belastungen zurechtzukommen. Sie unterliegt starken Schwankungen, die der einzelne Mensch nur bedingt im Griff hat. Vor dem belastenden Ereignis eingetretene Schicksalsschläge und Konflikte bzw. körperlich schwere Erkrankungen oder eine längere Zeit der seelischen Überforderung, die zu überwinden viel seelische Energie benötigen, werden mit einem Mal wieder bedeutsam, rauben die Kraft, die zur Genesung benötigt werden würde.

Wesentliche emotionale Ressourcen zur Stärkung unserer Resilienz sind vertraute Familienangehörige und enge FreundInnen, positive tragende Weisheiten der Familie und Rituale der Begegnung wie beispielsweise gemeinsame Mahlzeiten, Familienfeiern oder Feste. Ebenso Halt und Orientierung gebende Strukturen wie eine Arbeit mit der Möglichkeit zur Selbstaktualisierung, Absicherung der eigenen Autarkie und Selbstbestimmung.

Besonders im Zuge der Berentung, mit der das Leben häufig neu wahrgenommen wird, kommt es häufig zur Herausforderung der Resilienz: endlich Freiheit von äußerlichen Zwängen, mit ausreichender sozialer Absicherung, die die Verwirklichung von lang gehegten Träumen und weiten Reisen ermöglicht. Doch dann meldet der eigene Körper sich vermehrt mit Schmerzen, will nicht mehr so recht bzw. es bedarf einiger Anstrengung, ihn auf Vordermann zu halten. Die Eltern sind oft schon verstorben oder bedürfen der vermehrten Fürsorge. Und wenn dann noch der Partner oder die Partnerin sowie FreundInnen schwer erkranken oder versterben, kann die eigene Resilienz überfordert werden. Dies kann zur Folge haben, dass Ressourcen wie von Freunden erfahrene liebevolle Zuwendung und Aufmerksamkeit nicht ausreichen. Alte Wunden und unverarbeitete Schreckenserlebnisse können sich in überwältigenden Ängsten und Panik zeigen. Professionelle Hilfe wird notwendig.

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